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Weshalb Rückzug Teil von Führung ist


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Gegen Ende eines Jahres ziehen wir oft Bilanz.

Zahlen. Projekte. Ergebnisse.


Weniger Raum bekommt hingegen eine andere Frage: Aus welchem Zustand heraus haben wir eigentlich geführt?


Ich habe mir vor ein paar Tagen zusammen mit einer Freundin bewusst Zeit für Rückzug genommen - in Form eines Yoga-Workshops. Nicht nur, um bewusst abzuschalten. Sondern um wahrzunehmen, was im Alltag leicht überdeckt wird.


Was mir dabei besonders aufgefallen ist, wie selbstverständlich wir funktionieren. Und wie selten wir unser eigenes Tempo wirklich hinterfragen.


Erst mit Abstand wurde auch für mich spürbar, wie sehr Anspannung zum Normalzustand geworden ist. Wie häufig Entscheidungen unter Druck gefällt werden und nicht aus Klarheit. Und wie leicht wir übersehen, wann echte Präsenz durch reines Abarbeiten ersetzt wird.


Das hat nicht primär mit Yoga zu tun - das ist Führungsalltag.

In meiner Arbeit mit Führungskräften und Geschäftsleitungen begegne ich diesem Muster sehr oft. Hohe Verantwortung, hohe Taktung und kaum Raum, den eigenen Zustand ernst zu nehmen.

Dabei ist längst bekannt: Wer dauerhaft unter innerem Druck steht, entscheidet enger, schneller und reaktiver. Nicht, weil es an Kompetenz fehlt, sondern weil das System auf Spannung läuft. Und das zeigt sich früher oder später auch körperlich.


Rückzug ist deshalb kein Luxus. Er ist Teil professioneller Selbstführung.

Nicht als Auszeit für wenige, sondern als bewusste Unterbrechung im Alltag.


Zum Beispiel, indem wir zwischendurch kurz aufstehen und uns bewegen. Indem wir bewusst atmen - das Ausatmen etwas länger als das Einatmen.

Indem wir einen Moment innehalten, bevor wir reagieren.

Indem wir wahrnehmen, ohne sofort zu bewerten. Indem wir Klarheit schaffen, bevor wir entscheiden.

Diese kleinen Momente sind sogenannte Marginal Gains. Das eine Prozent, das im Führungsalltag den Unterschied macht.

Der Yoga-Workshop hat mir die Möglichkeit gegeben, im Moment zu sein. Mich von "Altem" zu lösen und bewusst mitzunehmen, was ins nächste Jahr gehört. Vor allem aber hat er mich daran erinnert, dass Wirksamkeit nicht aus Daueranspannung entsteht, sondern aus innerer Stabilität und einer klaren Haltung heraus.


Der Jahreswechsel ist vielleicht auch für dich ein guter Moment, dir nicht noch mehr vorzunehmen - sondern dir bewusster zu werden. Aus welchem Zustand heraus willst du 2026 führen - dich und andere?

1 Kommentar

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Gast
22. Dez.

Wertvoller Ansatz. Danke

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