Microshifting: Warum in der Wissensökonomie nicht Zeit, sondern Leistungsfähigkeit entscheidet
- Martina Dudle Snydr
- vor 15 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Wenn heute über „newWork“ oder die „Zukunft der Arbeit“ gesprochen wird, geht es oft um Arbeitszeiten. Vier-Tage-Woche. Homeoffice. 8 bis 17 Uhr oder flexibel.
Das greift zu kurz.
"Microshifting" bedeutet etwas anderes. Es beschreibt den Übergang von Zeitkontrolle zu Selbststeuerung produktiver Energie.
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr: "Wann arbeitest du?" sondern: "Wann bist du leistungsfähig?"
Wissenarbeit folgt nicht der Uhr
In Industriearbeit war Zeit gleich Produktivität.In Wissensarbeit ist das nicht mehr so.
Ein komplexes Konzept entsteht nicht zwischen 9:00 und 9:30, nur weil es im Kalender steht.
Es entsteht dann, wenn drei Dinge zusammenkommen:
Konzentration
mentale Frische
Kontext
Der Organisationstheoretiker Karl Weick beschreibt das als Sensemaking: Menschen erzeugen Bedeutung, wenn sie in der Lage sind, Muster zu erkennen. Das braucht Fokus, nicht Präsenz. Microshifting bedeutet, genau diesen Fokus systematisch zu ermöglichen.
Warum Unternehmen umdenken müssen
Viele Organisationen messen Arbeit noch immer in
Anwesenheit
Meetings
Reaktionsgeschwindigkeit
Dabei sinkt genau dadurch die eigentliche Wertschöpfung.
Wenn Mitarbeitende ihre produktiven Zeitfenster selbst steuern können
steigt die Qualität von Entscheidungen
sinkt die Fehleranfälligkeit
wächst Eigenverantwortung
Das ist keine Wellness-Massnahme. Das ist betriebliche Effizienz.
Führung im Microshifting-Modus
Führung heisst dann nicht mehr:„Ich sehe dich arbeiten.“ sondern:„Ich sehe, dass Ergebnisse entstehen.“
Das setzt Klarheit voraus
Was ist wirklich wichtig?
Woran messen wir Wirkung?
Wo trägt jemand Verantwortung?
Ohne diese Klarheit wird Flexibilität zum Chaos. Mit ihr wird sie zur Leistungsquelle.
Die eigentliche Verschiebung
Microshifting ist keine Diskussion über Homeoffice. Es ist eine Verschiebung von:
Arbeitszeit zu Arbeitswirksamkeit
Unternehmen, die das verstehen, gewinnen
mehr Fokus
mehr Eigenverantwortung
bessere Entscheidungen
Und genau das braucht die Neue Arbeitswelt.




Kommentare